Kurzporträt

Nürnberg ist eine kreis­freie Groß­stadt im Regierungs­bezirk Mittel­franken und mit 511.628 Ein­wohnerinnen und Ein­wohnern (Stand Juni 2018), nach München, die zweit­größte Stadt Bayerns. Neben überdurch­schnittlich stark vertretenen Personal­dienstleistungen weist die Branchen­einschätzung vor allem die Bereiche Handel und Lager, Hotel- und Gaststätten­gewerbe sowie das Gesundheits- und Sozial­wesen als beschäftigungs­trächtig aus. Aufgrund der günstigen Arbeits­marktlage konnte die lokale Arbeitslosen­quote stetig gesenkt werden, liegt mit aktuell 5,3 % (Stand Mai 2018) aber immer noch höher als der bayern­weite Durch­schnitt. Von den ca. 15.600 Arbeits­losen entfallen 67,3 % auf das SGB II.

Insgesamt werden im Job­center Nürnberg-Stadt ca. 47.500 Nürnberger Bürger/innen in knapp 25.000 Bedarfs­gemeinschaften betreut. Mit über 600 Mitarbeiter/innen zählt das Job­center Nürnberg-Stadt (JCN) damit zu den drei größten bayerischen Ein­richtungen. Bei der Betrachtung der Kunden­struktur stellen überdurch­schnittliche Aus­prägungen bei dem Anteil von Kundinnen und Kunden mit ausländischer Staats­angehörigkeit und Migrations­hintergrund sowie ohne Schul- und Berufs­abschluss lokale Merk­male dar, die trotz günstiger wirtschaftlicher Rahmen­bedingungen eine schnelle Ein­mündung in den Arbeits­markt oftmals erschweren.

Projektvorhaben

Die in der täglichen Beratungs­praxis erlebte Not­wendigkeit sowie positive Vor­erfahrungen aus der Pilot-Teilnahme in Modell­phase I in 2015 und aus eigenen gesundheits­bezogenen Projekten bestärkten das Job­center Nürnberg, Gesundheits­orientierung als geschäfts­politischen Schwer­punkt zu verankern und eine entsprechende dezentrale Ver­netzung mit kommunalen Akteurinnen und Akteuren voranzutreiben.

Grafik über Zusammenarbeit zwischen GesundheitsregionPlus, Jobcenter Nürnberg und Modellprojekt. Jobcenter Nürnberg-Stadt ist Bindeglied zwischen GesundheitsregionPlus und Modellprojekt Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung.

Mit der Auf­nahme des Job­centers in die kommunale Gesundheits­regionplus Stadt Nürnberg und der damit verbundenen Gründung der Arbeits­gruppe „Gesundheit und Arbeits­losigkeit“ im Juli 2016 erfolgte der gemeinsame Beschluss von Job­center und Gesundheits­amt, dem Modell­projekt eine Bedarfs­erhebung mit partizipativer Vorgehens­weise voranzustellen.

Ziel der Bedarfs­erhebung war es, durch die aktive Ein­bindung arbeitsloser Menschen tatsächliche Bedürf­nisse auf­zudecken und direkte Rück­meldungen zu Barrieren und Unterstützungs­möglichkeiten zu erhalten, um so innovative gesundheits­bezogene Ansätze zu entwickeln und durch pass­genaue Maß­nahmen zu einer Verbesserung der gesund­heitlichen Chancen­gleichheit in Nürnberg beizutragen. Außerdem soll arbeitslosen Menschen ein niedrig­schwelliger Zugang zu bestehenden lokalen An­geboten der Gesundheits­förderung ermöglicht werden.

Die Um­setzung des Verzahnungs­projektes als nachhaltige Strategie zur Sensibilisierung, Aktivierung und Unter­stützung der Kundinnen und Kunden für ein eigen­verantwortliches gesundheits­förderliches Ver­halten, erfordert einen ganz­heitlichen Ansatz mit vielen Bau­steinen und noch mehr Beteiligten sowie eine länger­fristige Perspektive und die feste Über­zeugung vom gemeinwohl­orientierten Mehr­wert eines gesundheits­orientierten Engagements des Job­centers in der kommunalen Lebens­welt.

Gesundheits­förderungsprogramm

  • Implementierung von Arbeits­vermittlerinnen und Arbeits­vermittlern mit Schwer­punkt Gesundheits­orientierung für alle Kundinnen und Kunden im JCN
  • Durch­führung von Jobfit-Kurs­angeboten ab März 2018 in Kooperation mit dem kommunalen Beschäftigungs­träger NOA gGmbH vor Ort bei Teil­nehmenden an Maß­nahmen der Arbeits­förderung
  • Durch­führung eines Work­shops zur Angebots­entwicklung für arbeitslose Menschen in Zusammen­arbeit mit dem Kooperations­projekt „Gesundheit für alle im Stadtteil“ im Stadt­gebiet West (22.03.2018)
  • Aufbau von Kooperationen mit Sport­service für niedrig­schwellige Zugangs­möglichkeiten zu Sport­vereinen und befristete Kosten­übernahme; Informationen rund um kosten­lose Bewegungs­angebote (GI), Vor­bereitung von an­geleiteten Gruppen­angeboten (Lauftreff, Bewegungs­park, städt. Bäder)
  • Aufbau von partizipativen Mittler-Strukturen im Rahmen des Modell­projekts – geeignete und interessierte SGB II-Kunden/Kundinnen werden als Multipikator/innen geschult und als „Peer-to-Peer“-Co-Anleiter in Aktiv­gruppen eingesetzt (2.Hj. 2018)
  • Vorbereitung und Organisation eines Gesundheits­tages für alle Kundinnen und Kunden des Job­centers Nürnberg am 11.10.2018 im Süd­punkt
  • Zielgruppen­orientierte Vernetzungs­nachmittage, zu denen ausgewählte Netzwerk­partner/innen für die jeweilige Ziel­gruppe in das Job­center eingeladen werden
  • Enger Austausch und Zusammen­arbeit mit den Fach­diensten (ärztlicher Dienst/Berufs­psychologischer Service) sowie mit dem Modell­vorhaben rehapro, damit auch diese die Kundinnen und Kunden über das Verzahnungs­projekt und kostenlose Präventions­angebote informieren