Kurzporträt

Der Landkreis Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim hat eine Fläche von 1.267,55 km² und liegt im Regierungsbezirk Mittelfranken. Dort leben 100.364 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 31.12.2018) in 38 Städten und Gemeinden. Charakteristisch für den Landkreis Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim ist seine überwiegend ländliche Struktur, mit einer Vielzahl von Kleinzentren.

Kleine und mittlere Unternehmen prägen den Wirtschaftsraum des Landkreises. Wirtschaftliche Schwerpunkte findet man im Bereich Kunststoff, Holzverarbeitung und Automotive. Zunehmend an Bedeutung gewinnen die Tourismusbranche und Betriebe im Gesundheitswesen. Die meisten Arbeitsplätze stellt das Handwerk, gefolgt von der Industrie und dem Handel. Aufgrund der geografischen Lage besteht eine gute Anbindung zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg/ Würzburg, wovon nicht nur Zulieferfirmen, sondern auch viele Pendlerinnen und Pendler profitieren. Die Beschäftigungsquote im Landkreis liegt mit 63,33% beständig auf hohem Niveau.

Der Arbeitsmarkt ist seit langer Zeit stabil und aufnahmefähig; die Arbeitslosigkeit bewegt sich auf einem extrem niedrigen Niveau (Stand Juli 2019: 461 Arbeitslose; ALO-Quote SGB II: 0,8%).

Durch eine nachhaltige Regionalentwicklung wird der Landkreis zukunftsfähig gestaltet. Die wirtschaftlich-quantitative Entwicklung steht ebenso im Blickpunkt wie das qualitative Wachstum zur Verbesserung des Lebensumfeldes und der Lebensqualität. Zur Profilbildung des Landkreises trägt auch die Anerkennung als „Gesundheitsregionplus“ bei.

Das Jobcenter Landkreis Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim ist eine gemeinsame Einrichtung des Landkreises Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim und der Agentur für Arbeit Fürth. Trotz der Zuständigkeit für einen relativ großen Flächenlandkreis, gehört das Jobcenter mit aktuell 42 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den kleineren Einrichtungen.

Es werden rund 2.400 Menschen betreut, die in 1.085 Haushalten leben – darunter sind knapp 1.500 erwerbsfähige Leistungsberechtigte und ca. 800 Kinder bzw. Jugendliche unter 15 Jahren (Stand April 2019).

Ziel ist es, die Kundinnen und Kunden in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen, deren Potenziale zu nutzen und Chancen für sie zu generieren. Hierbei ist dem Jobcenter wichtig, inländische und zugewanderte Leistungsberechtigte ohne Unterschiede, durch individuelle, ganzheitliche Ansätze gut zu betreuen, zu fördern und zu integrieren.

Ein neuer Ansatz als moderner Dienstleister ist es, mit Hilfe des Projektes „Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt“, den wichtigen Aspekt der Gesundheit in die Beratung des Jobcenters zu integrieren sowie die Förder- und Netzwerkmöglichkeiten zu erweitern bzw. aktiv zu nutzen.

Projektvorhaben

Anhaltende Arbeitslosigkeit ist ein erheblicher gesundheitlicher Risikofaktor, zugleich ist ein beruflicher Wiedereinstieg für gesundheitlich eingeschränkte Erwerbslose erschwert. Arbeitslose Menschen leiden vermehrt an psychischen Beeinträchtigungen und Verhaltensstörungen, sind länger und häufiger in stationärer Behandlung und erhalten öfter Arzneimittelverordnungen als andere Versichertengruppen (Paul & Moser 2009). Gleichzeitig erreichen gesundheitsfördernde Angebote bzw. Maßnahmen der Primärprävention diesen Personenkreis eher schwer (RKI 2006)“.

Diesen negativen Kreislauf möchte das Jobcenter Landkreis Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim durchbrechen, indem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst den Präventionsgedanken und die Gesundheitsförderung als integrale Bestandteile in ihre Beratungs- und Vermittlungsprozesse für Erwerbslose einfließen lassen. Die Angebote sollen nicht nur dazu beitragen, die individuelle Leistungs- und Beschäftigungsfähigkeit der Kundinnen und Kunden zu verbessern, sondern vor allem durch aktive Beteiligung und soziale Teilhabe zu mehr subjektiver Lebenszufriedenheit führen. Den Kundinnen und Kunden auf Augenhöhe begegnen, ihre Bedarfe zu erfragen und sie für eine Teilnahme auf freiwilliger Basis zu gewinnen, ist der Anspruch des Jobcenters. Eine intensive Netzwerkarbeit mit wichtigen Partnerinnen und Partnern vor Ort rundet das Bild ab und sichert die Verstetigung der Projektidee.

Gesundheitsförderungsprogramm

  • Bedarfserhebung bei Leistungsberechtigten und bei Expertinnen und Experten (Fragebogenaktion, Workshops)
  • Gesundheitsorientierte Beratungsgespräche – freiwilliges Angebot für Leistungsberechtigte durch speziell geschulte Integrationsfachkräfte, mit dem Ziel, die Kundinnen und Kunden für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren und sie für die Teilnahme an Präventionsangeboten zu motivieren. Auch das Gesundheitsamt bietet entsprechende Beratungen bedarfsbezogen und auf ausdrücklichen Wunsch der Kundinnen und Kunden an. Ferner sind weitere Vertiefungsseminare für Integrationsfachkräfte, wie z.B. „Motivational Interviewing“ angedacht.
  • „JobFit – und keiner kann es glauben – Stressfaktor Arbeitslosigkeit“                                         Ein Präventionskurs zum Thema Stressbewältigung, der aufzeigt, wie man den Stress der Arbeitslosigkeit (z.B. finanzielle Nöte, gesellschaftlicher und familiärer Druck, fehlende Kontakte) gesünder bewältigen kann.
  • Organisation von Thementagen mit dem Ziel, die Kundinnen und Kunden an das Thema Gesundheit heranzuführen. Die Themenauswahl erfolgt in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, welches nicht nur Info-Material zur Verfügung stellt, sondern sich auch aktiv mit einbringt (z.B. Standbetreuung).
  • Konzeption und Durchführung eines Gesundheitstages
  • Konzeption und Angebot von Gesundheitskursen zu den Themen Ernährung und Bewegung
  • Gesundheitsförderliche Ausrichtung des Jobcenters:                                                                            Das Jobcenter richtet eine Gesundheitsecke sowie eine Trinkgelegenheit für die Kundinnen und Kunden ein. Des Weiteren wird der Infoscreen mit Gesundheitsthemen bespielt und ein Mitarbeiter zum Gesundheits-Coach/ JobFit-Trainer ausgebildet.
  • Vernetzung des Jobcenters in der Kommune:                                                                                           Das Jobcenter vernetzt sich unter anderem im Rahmen eines Netzwerktreffens mit Akteurinnen und Akteuren der Gesundheitsregionplus des Landkreises Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim und weiteren Partnerinnen und Partnern in der Kommune. Anbieterinnen und Anbieter aus der Region stellen ihr Angebot im Jobcenter vor. Partnerinnen und Partner nehmen das Thema „Gesundheitsförderung und Prävention“ in ihre Kundengespräche auf und informieren über die zielgruppenspezifischen sowie über die bestehenden Angebote.

Kooperationspartner

Gesundheitsregionplus Landkreis Neustadt Aisch-Bad Windsheim

Gesundheitsamt Landkreis Neustadt Aisch-Bad Windsheim

GKV – Bündnis für Gesundheit

Gefördert durch die BZgA im Auftrag und mit Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen nach § 20a SGB V

GKV Spitzenverband
AOK – Die Gesundheitskasse
BKK Dachverband
IKK
SVLFG
Knappschaft
vdek – Die Ersatzkassen