Good Practice Kriterien

Am 23. Juni 2020 veranstaltete die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit eine „Lernwerkstatt Good Practice“ in Kooperation mit dem Projekt „Gesundheit für alle im Stadtteil“ der Stadt Nürnberg. Zwei von zwölf Kriterien standen im Fokus. Die Kriterien „Multiplikatorenkonzept“ und „Nachhaltigkeit“ waren für die Teilnehmenden aus dem o. g. Projekt sowie weitere Verantwortliche aus unterschiedlichen Projekten der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung von besonderer Relevanz.

Theoretisches Wissen durch praktische Übungen

Im Mittelpunkt jeder Lernwerkstatt steht die Anwendung der Kriterien in der eigenen beruflichen Praxis sowie der kollegiale Austausch. Unter Einhaltung der angezeigten Corona-Regelungen, der geltenden Hygienekonzepte und Abstandsregeln wurde das Veranstaltungsformat so angepasst, dass die vierzehn Teilnehmenden die zwei Kriterien des Kooperationsverbunds Gesundheitliche Chancengleichheit dennoch mit unterschiedlichen praxisnahen Methoden erproben konnten.

Eine Frage der Interpretation

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und dem Festhalten der Erwartungen an die Veranstaltung ging es bereits in den praktischen Teil der Lernwerkstatt über.

Welche Bilder stehen für „Multiplikatorenkonzept“ und „Nachhaltigkeit“? Aufgeteilt in drei Gruppen wählten die Teilnehmenden aus zwölf Bildern für sie passende Bilder zu beiden Kriterien aus. Assoziationen zum jeweiligen Kriterium wurden im gemeinsamen Brainstorming gesammelt.

Eine interessante Diskussion ergab sich zum Thema Nachhaltigkeit und dem Bild der Queen, die sowohl hartnäckig, beständig und erfolgreich als auch von Ausdauer, Verlässlichkeit und „Unstürzbarkeit“ geprägt ist. Das Symbol der „Teig knetenden Hände“ wurde für beide Kriterien verwendet: Generationenübergreifende Zusammenarbeit in der Kommune und das gemeinsame Anpacken von Jung und Alt führen zu Nachhaltigkeit und fördern die Multiplikation.
Eine einheitliche Lösung für die Verwendung der Bilder gibt es nicht – es kommt auf die Interpretation an!

Mit der Methode „Kopfstand“ dem Multiplikatorenkonzept auf der Spur

Eine Aufgabenstellung umkehren, das ist die Quintessenz der Übung „Kopfstand“. Und so stand die Frage im Raum: „Was muss ich tun, um das Kriterium „Multiplikatorenkonzept“ auf gar keinen Fall gut umzusetzen?“ Die Frage wurde im Hinblick auf vier beispielhafte Praxisprojekte beantwortet. Das Nürnberger Stadtteilprojekt, das Projekt „München – gesund vor Ort“, das Projekt „FIT“ aus Regensburg sowie das Projekt der Gesundheitsbegleiter*innen von NOA wurden hierfür ausgewählt. Diese Methode sollte dazu anregen, die Projekte genau zu beleuchten, einen Perspektivwechsel zu machen und die verschiedenen Aspekte der Umsetzungsmöglichkeiten zu betrachten. Auch hier gab es spannende Ergebnisse aus den drei Gruppen und genügend Tipps, wie das Kriterium Multiplikatorenkonzept sehr gut umgesetzt werden kann.

Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen nachhaltig gedacht

Die vier Praxisprojekte wurden anschließend im Sinne der Nachhaltigkeit betrachtet. Dabei wurden Maßnahmen, Handlungsbedarf, Ideen und Herausforderungen gemeinsam diskutiert. Als sehr wertvoll stellten sich die kollegiale Beratung und der Blick von außen auf das jeweilige Projekt heraus.

In der Schlussrunde formulierten die Teilnehmenden ihre Erkenntnisse, Wünsche und Fragen. Besonders positiv wurden die praktischen Methoden in Kombination mit der Präsentation des Erfahrungsberichtes aus dem Projekt „BIG“ bewertet.

Der gemeinsame Austausch hat viel Freude bereitet und dazu motiviert, sich künftig weiter mit den Good Practice-Kriterien auseinanderzusetzen.

Die Dokumentation zur „Lernwerkstatt Good Practice“ in Nürnberg finden Sie hier .

Die Lernwerkstatt vor Ort

Haben auch Sie Interesse an einer „Lernwerkstatt Good Practice“? Sprechen Sie uns an! Gerne bieten wir auch an, eine Lernwerkstatt zu den 12 Kriterien guter Praxis allgemein oder zu einzelnen Kriterien in Ihrer Einrichtung vor Ort durchzuführen. Dazu dürfen Sie auch die Kooperationspartnerinnen und -partner aus Ihrem Netzwerk oder Ihren Arbeitskreisen einbinden, um ein gemeinsames Verständnis von Qualität und Qualitätssicherung zu entwickeln.