„Einsamkeit ist eine neue Volkskrankheit“

Mit diesen Worten eröffnete der Bayerische Staatsminister für Gesundheit und Pflege, Klaus Holetschek, als Schirmherr die Online-Fachtagung „Hallo, wie geht es dir? – Gesundheit im Alter durch gesellschaftliche Teilhabe“.

Das Thema Einsamkeit im Alter wurde durch die Corona-Pandemie sehr stark in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Allerdings waren „Einsamkeit und soziale Isolation im Alter bereits davor von sehr großer Bedeutung“, erklärte Andrea Wolff, Leiterin der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Bayern.

Dabei stellt nicht nur die Einsamkeit an sich eine Problematik dar, welcher wir uns als gesamtgesellschaftliche Aufgabe annehmen müssen. Gleichzeitig birgt sie ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Krankheiten, wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz oder psychische Erkrankungen.

Doch nicht jede Person fühlt sich im Alter einsam. Faktoren wie beispielsweise Altersarmut, Krankheit, ein niedriger Bildungsstatus oder auch fehlende Infrastruktur begünstigen die Entstehung von Einsamkeit. Insbesondere alleinstehende Personen und Ältere ohne Aufgabe sind davon betroffen.

Um genau diese Personen zu unterstützen und deren Gesundheit zu fördern, stellten die Referierenden verschiedene Ansätze zur Ansprache und sozialen Einbindung von Älteren auf der Online-Fachtagung vor.

Die Fachtagung wurde von der KGC Bayern in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ausgerichtet. Rund 400 Akteurinnen und Akteure aus Politik (z. B. Kommunen), Wissenschaft und Praxis (z. B. Seniorenfachberatungsstellen, Mehrgenerationenhäuser, Kliniken) nahmen an der Online-Veranstaltung teil und beteiligten sich mit interessanten und zum Nachdenken anregenden Fragen und Diskussionsbeiträge aktiv daran.

Nachfolgend finden Sie alle Videos der Vorträge der Online-Fachtagung:

Veranstaltungstag 1 am 9. Juni 2021

„Es ist leichter, Menschen vor der Einsamkeit zu bewahren, als sie aus der Vereinsamung herauszuholen.“

Vortrag: „Einsamkeit im Alter – Zahlen, Daten, Fakten“, Dr. Tanja Kiziak

Circa 1,2 Millionen der über 65- bis 84-Jährigen in Deutschland sind von Einsamkeit betroffen. Erwartungsgemäß werden es immer mehr. Von solchen aktuellen Zahlen, Daten und Fakten sowie Trends für zukünftige Entwicklungen hinsichtlich der Themen Einsamkeit und sozialer Isolation berichtete Dr. Tanja Kiziak (ehemalige stellvertretende Leiterin des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung). Dabei ging sie auch auf Ansätze und präventive Aspekte bestehender Initiativen zur Vermeidung von Einsamkeit ein:

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Die Präsentation von Fr. Dr. Kiziak erhalten Sie auf Anfrage unter veranstaltung@lzg-bayern.de.

Weiterführende Informationen:

 

„Beim Erleben sozialen Ausschlusses werden exakt dieselben Gehirnregionen aktiviert wie bei körperlichem Schmerz.“

Vortrag: „Fehlende gesellschaftliche Teilhabe im Alter – Gesundheitliche Auswirkungen und Risiken“, Prof. Dr. Strauß

Welche Auswirkungen haben Einsamkeit und soziale Isolation auf die Gesundheit? Leidet das Wohlbefinden, wenn man weniger am gesellschaftlichen Leben teilhat? Antworten auf diese Fragen und wie beispielsweise „Erzählcafés“ das Erleben von Gemeinsamkeit und Wertschätzung im Alter ermöglichen, erläuterte Prof. Dr. Bernhard Strauß (Universitätsklinikum Jena):

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Hier finden Sie die Präsentation des Vortrags zum Download als PDF.

Weiterführende Informationen:

  • Praxishilfen zum Thema „Gesund Altern“ aus dem Projekt „VorteilJena“ finden Sie hier.

 

Die Schere zwischen sozial besser und schlechter Gestellten minimieren!

Vortrag: „Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) – Wer sind wir? Was bieten wir?“, Kathrin Steinbeißer

Kathrin Steinbeißer, Referentin und stellvertretende Leiterin der KGC Bayern, stellte das Thema „Gesundheitliche Chancengleichheit“ in den Mittelpunkt ihres Vortags: „Es gibt Personengruppen, die mehr Unterstützung brauchen als andere.“ Die KGC bietet Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten für Vorhaben zur Gesundheitsförderung und Prävention für Menschen in schwierigen Lebenslagen an:

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Hier finden Sie die Präsentation des Vortrags zum Download als PDF.

Weiterführende Informationen:

  • Eine Übersicht der Aufgaben und Ansprechpartnerinnen der KGC Bayern finden Sie hier.
  • Den Flyer der KGC-Bayern finden Sie hier.
  • Informationen zu Fördermöglichkeiten gemäß Landesrahmenvereinbarung Prävention Bayern (LRV) für Projekte zur Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit in nicht-betrieblichen Lebenswelten finden Sie hier.

 

Money, money, money… – (finanzielle) Unterstützung für Kommunen

Vortrag: „Förderprogramm des GKV-Bündnisses für Gesundheit“, Alexandra Petzinger

Das Förderprogramm des GKV-Bündnisses für Gesundheit zielt auf die Gesundheitsförderung und Prävention von vulnerablen Zielgruppen (u. a. Ältere) in Kommunen ab. In ihrem Vortrag informierte Alexandra Petzinger über Voraussetzungen, Kriterien und Zielgruppen der Förderung:

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Hier finden Sie die Präsentation des Vortrags zum Download als PDF.

Weiterführende Informationen:

  • Die Website des Programmbüros Bayern des GKV-Bündnisses für Gesundheit finden Sie hier.
  • Eine Auflistung der Ansprechpartnerinnen und -partner aus anderen Bundesländern finden Sie auf der Website des GKV-Bündnisses für Gesundheit unter der Rubrik „Wir in den Ländern“.

 

Wir müssen kreativ, hartnäckig und flexibel sein!

Vortrag: „Zugangswege: Sozial isolierte Seniorinnen und Senioren erreichen“, Sabine Tschainer-Zangl

Zugangswege sowie „Türöffnerinnen und Türöffner“ finden wir, wenn wir den Menschen, denen wir helfen wollen, auf Augenhöhe begegnen, echtes Interesse zeigen und eigene Motive und Ziele hinterfragen. Diese und weitere hilfreiche Anregungen zum Aufsuchen und zur Ansprache sozial isoliert lebender Älterer erfahren Sie im Vortrag von Sabine Tschainer-Zangl (aufschwungalt):

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Hier finden Sie die Präsentation des Vortrags zum Download als PDF.

Weiterführende Informationen:

  • Die Homepage von „aufschwungalt“ finden Sie hier.

 

Veranstaltungstag 2 am 10. Juni 2021

„Frühstückstreff“ in Muttersprache – Ältere Menschen mit Migrationshintergrund erreichen

Vortrag: „ina – interkulturelles Netzwerk Altenhilfe“, Nimet Saran-Durmuş

Das interkulturelle Netzwerk Altenhilfe, „ina“, ist ein Projekt zur Unterstützung von Älteren mit Einwanderungsgeschichte, welches 2010 in Augsburg ins Leben gerufen wurde. Seitdem können sich insbesondere türkischsprachige Seniorinnen und Senioren im Rahmen von „Frühstückstreffs“ oder Betreuungsgruppen austauschen und weitere Aktivitäten gemeinsam wahrnehmen. Die ehemalige Projektleiterin, Nimet Saran-Durmuş, stellte die Aktivitäten von ina vor:

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Weiterführende Informationen:

  • Die Homepage von „ina“ finden Sie hier.

 

Kritische Lebensumbrüche in den Blick nehmen

Vortrag: “PiA – Präventionsnetz im Alter: Entscheidende Lebensereignisse und neue Lebensabschnitte im Alter in Ramersdorf-Perlach gestalten“, Dr. Verena Lindacher und Barbara Fröhlich-Rausch

Mit „PiA“, dem Präventionsnetz im Alter, sollen ältere Menschen des Stadtteils Ramersdorf-Perlach (München) bei der Bewältigung schwieriger Lebensereignisse oder -umbrüche verstärkt unterstützt werden. Dr. Verena Lindacher (Landeshauptstadt München) und Barbara Fröhlich-Rausch (Service- und Altenzentrum Perlach/Caritas München Ost) sprechen u. a. über die Entwicklungsschritte des Netzwerks und welche Erfolgs- und Hemmfaktoren ihnen auf dem bisherigen Weg begegneten:

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Weiterführende Informationen:

  • Mehr Informationen zu „PiA“ (im Rahmen des Projekts „München – gesund vor Ort“) finden Sie hier.

 

Gemeinsam statt einsam – das ist das Motto!

Vortrag: Gemeinsam statt einsam – Förderung gesellschaftlicher Teilhabe im Mehrgenerationenhaus Haßfurt, Lisa Geyer und Simone Hümmer

„MIT und FIT – Begegnung durch Bewegung“ und „KOMMT zusammen KOCHT zusammen“ sind nur zwei Beispiele der vielfältigen Angebote des Mehrgenerationenhauses (MGH) Haßfurt. Das Miteinander der Generationen und der Dialog zwischen Jung und Alt stehen hier im Fokus. Lisa Geyer und Simone Hümmer (MGH Haßfurt) stellen lebhaft die Aktivitäten des Mehrgenerationenhauses und deren Wirkung in der Kommune vor:

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Weiterführende Links:

  • Einen Filmbeitrag, in dem die Angebote veranschaulicht werden, sowie weitere Informationen des Mehrgenerationenhauses Haßfurt finden Sie hier.

 

„Die Vereinsamung im Alter wird mit dem Ende der Pandemie nicht verschwinden“

Einsamkeit im Alter war bereits vor der Pandemie ein wichtiges Thema, ist dadurch noch präsenter geworden und wird es auch danach weiterhin sein. Andrea Wolff, Leitung der KGC, betonte zum Abschluss der Veranstaltung die Dringlichkeit, dass der Schutz vor Einsamkeit nicht allein Anliegen der Gesundheitsförderung und Prävention sein kann und darf: „Auch der Bereich Soziales, die Religionsgemeinschaften und Vereine müssen einen Beitrag leisten, aber auch jeder einzelne von uns im familiären Umfeld ist hier gefordert.“